Schach
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Schülerliga - Schach 

 

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Es ist Donnerstag, der 13.01., 8 Uhr in der Früh. Wir stehen vor unserem ersten Schachturnier unseres Lebens, niemand weiß genau was uns erwartet.

Wir, das sind ein Mädchen, vier Buben und ich, Schachtrainer Horst. Am Weg zur U-Bahn berichte ich den Kindern von meinem Telefonat mit dem Veranstalter des Turniers, 23 Mannschaften warten auf uns, alle wollen uns besiegen. Gut, aber wir gehen trotzdem los, in Richtung U2 Donauspital. Die Stimmung ist angespannt, ich versuche meine Aufgabe als Trainer zu erfüllen und alle zu beruhigen.

In der U-Bahn gebe ich noch ein paar Tipps, was ich gleich wieder bereue, weil die Kinder noch aufgeregter werden. Das fünfte Kind ist Ersatz. Wir beschließen einstimmig auch Mai, unsere Ersatzspielerin dreimal einzusetzen, damit auch sie Turniererfahrung sammeln kann. Gemeinsam stecken wir uns ein Ziel: Von 24 Mannschaften, wollen wir als blutige Anfänger unter die Top-20 kommen.

Nachdem wir bei „Stadion“ die U2 verlassen haben, und nach einem kurzen Fußmarsch erreichen wir das Haus des Schachsports. Ehrfürchtig betreten wir es, überall wuseln Kinder mit ihren Trainern herum. In den beiden Turnierräumen erwarten uns jeweils etwa 40 Schachbretter mit furchterregend, in Reih und Glied aufgestellten  Figuren, gleichsam einer Armee, von der wir noch nicht genau wissen, ob sie mit oder gegen uns kämpfen wird.

Wir erfahren von der Turnierleitung, dass wir 6 Runden spielen werden, immer 4:4 Kinder unter Einsatz von digitalen Schachuhren. Die Kinder haben noch nie eine Schachuhr gesehen, ich weise sie kurz ein, wie so etwas funktioniert.

Kurz bevor die erste Runde startet, steigt die Nervosität bei den Kinder ins Unermessliche. Wir verlieren diese Runde mit 0:4. Dennoch lässt die Nervosität spürbar nach: „Die anderen kochen also auch nur mit Wasser.“

Es wird von Runde zu Runde besser, die Stimmung ist spitze, wir sammeln Punkte und gewinnen auch gegen die eine oder andere Mannschaft/Schule.

Florian vergisst ständig auf die Uhr zu drücken, gewinnt aber dennoch oft. Mai kann als Ersatzspielerin einmal sogar gewinnen, Bravo! Lennart hat als Nummer 1 die schwierigsten Gegner, ist sehr angespannt und schafft daher nur einmal Remis, ermöglicht aber allen anderen SpielerInnen leichtere Gegner. Danke Leny! Rafael spielt fahrig, seine Hände rudern herum, als möchte er alle Figuren gleichzeitig ziehen. Er gewinnt dennoch einige Matches. Jan spielt meist stehend, ich weiß gar nicht, ob es erlaubt ist, niemand reklamiert. Jan ist nervenstark und kann jeden Vorteil heimspielen. Er gewinnt oft, so wie Flo.

 Das Resultat wird von der Turnierleitung verkündet: Wir sind von 24 Mannschaften 16. geworden, punktegleich mit den Plätzen 15 und 14.

Wir haben unser Ziel erreicht, ich freue mich sehr.

 Wir fahren mit der U2 zur Schule zurück: „Wir haben es geschafft? Ich bin stolz auf euch!“ „Ja aber Horst, wenn wir ein paar Punkte mehr gehabt hätten, wären wir unter die besten 10 gekommen. Ja oder sogar unter die besten 7 und wären ins Finale gekommen“. Von der anfänglichen Aufgeregtheit ist nichts mehr zu spüren, Zuversicht ist eingekehrt.

 Und weil es allen teilnehmenden Kindern so gut gefallen hat, wollen wir im März bei der Hoffnungsrunde mitmachen. Wir freuen uns darauf!

Ich bin auf die gesamte Mannschaft sehr stolz,

 euer Trainer Horst